Werbung direkt in ChatGPT: Entsteht hier ein neuer Kanal für Unternehmen?
Meine Gedanken dazu
OpenAI testet Werbung in ChatGPT, auch gesponserte Gespräche mit Firmen. Für Betriebe geht es vor allem um Sichtbarkeit.
Was ist passiert?
OpenAI erweitert die Werbemöglichkeiten innerhalb von ChatGPT. Eine der Neuerungen sind sogenannte Sponsored Agents: Nutzer können nach dem Anklicken einer Anzeige ein separates, als gesponsert gekennzeichnetes Gespräch mit einem Unternehmen beginnen. Darin lassen sich Fragen zu Produkten stellen, anschließend ist ein Wechsel auf die Website des Unternehmens möglich. Die Funktion wird zunächst mit ausgewählten Werbetreibenden in den USA getestet. Zu einem Start in Europa gibt es bislang keine Angaben.
Meine Einordnung
Ich finde diese Entwicklung besonders aus Sicht kleiner und mittlerer Unternehmen spannend. Bisher beginnt die Suche nach einem Produkt oder Dienstleister häufig bei einer Suchmaschine. KI-Assistenten könnten künftig eine zusätzliche Rolle bei der Orientierung und Kaufentscheidung übernehmen. Für Unternehmen entstehen dadurch interessante Fragen: Wie werden die eigenen Produkte in solchen Systemen sichtbar? Welche Informationen benötigen KI-Assistenten, um Angebote verständlich darzustellen? Ob daraus ein wirtschaftlich relevanter Werbekanal für deutsche Mittelständler wird, bleibt abzuwarten. Das Thema sollte man aus meiner Sicht dennoch beobachten.
Was bedeutet das für den Mittelstand?
Kurzfristig ändert sich für einen Betrieb in Deutschland nichts, Budgets müssen deshalb nicht umgeplant werden. Mittelfristig ist die relevantere Frage ohnehin nicht die nach Anzeigen, sondern die nach Auffindbarkeit: Kann ein Assistent Leistungen, Einsatzgebiete, Preise und Zuständigkeiten aus den eigenen Seiten korrekt zusammenfassen? Wer dort vor allem Werbefloskeln stehen hat, wird im Zweifel schlechter beschrieben als ein Wettbewerber mit klaren, prüfbaren Angaben.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Bevor man über Werbung in KI-Assistenten nachdenkt, lohnt ein einfacher Test: das eigene Unternehmen von einem Assistenten beschreiben lassen und prüfen, ob das Ergebnis überhaupt stimmt. Wie das in 20 Minuten geht, zeige ich im Selbsttest „Frag eine KI nach deinem eigenen Unternehmen“.


